Unserer Umwelt zuliebe

Nachhaltigkeitsbericht 2017

Energie und Klima

Die Chocolat Frey AG hat sich als Unternehmen der M-Industrie mit ihrer Nachhaltigkeitsstrategie dazu verpflichtet, zwischen 2010 und 2020 den Strom, Wärme- und Wasserverbrauch zu reduzieren, die CO2-Emissionen zu senken sowie die Energieeffizienz zu steigern.
In Übereinstimmung mit den langfristigen Nachhaltigkeitszielen werden jährliche Zwischenziele festgelegt und entsprechende Massnahmen definiert. Die in den Handlungsfeldern Klima und Energie (sowie Wasser) definierten Jahresziele 2017 wurden trotz vieler umgesetzter Massnahmen nur teilweise erreicht.

Die globalen Treibhausgasemissionen, welche durch menschliche Aktivitäten entstehen, sind seit vorindustrieller Zeit stetig angestiegen und haben klimatische Veränderungen zur Folge. Fast 40% der weltweit von Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen entstehen bei der Produktion und Verarbeitung, beim Transport, Verbrauch und bei der Entsorgung von Lebensmitteln.

Auch die Produkte der Chocolat Frey AG bilden keine Ausnahme und belasten das Klima bei ihrer Entstehung und Entsorgung: Die wirtschaftlichen Aktivitäten hinterlassen ihre Spuren - den betrieblichen Energiekonsum und Ausstoss von Treibhausgasen zu reduzieren, haben daher oberste Priorität. So ist Chocolat Frey verbindliche Ziele im Bereich Energie und Klima eingegangen, die auf den Vorgaben der Kantone und des Bundes basieren und mit der EnAW (Energieagentur der Wirtschaft) vereinbart wurden.

 

Betrieblicher Energieverbrauch und Energiequellen

 

Zurzeit setzt sich der gesamte Energieverbrauch von Chocolat Frey aus folgenden Quellen zusammen:

  • Strom (inklusive Kühlenergie)
  • Fernwärme (Heizenergie, respektive Dampf)
  • Fossile Energie (Heizöl und Erdgas)

Chocolat Frey bezieht Fernwärme aus der nahegelegenen Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Buchs. Sämtliche Heizprozesse werden mit der aus der Verbrennung von Abfall generierten Abwärme gedeckt.
Für unsere Röster reicht die Fernwärme nicht aus, da beim Rösten höhere Temperaturen und eine direkte Flamme nötig sind. Der Bedarf an fossiler Energie ist somit prozess- respektive verfahrensbedingt.

 

Energieverbrauch [MWh] 2017

Gesamtenergieverbrauch

54‘783

davon Elektrizität

33'586

davon Heizöl (Fossile Energie)

74

davon Erdgas (Fossile Energie)

1'396

davon Fernwärme

19'727

 

 

 

 

Die Ziele im Rahmen unserer Energiestrategie sind klar: Wir wollen unseren Elektrizitäts- und Wärmeverbrauch pro produzierter Tonne senken. Mittels systematischer Analysen identifizieren wir laufend neue Reduktionspotenziale und fokussieren uns primär auf Anpassungen der Infrastruktur und auf bauliche Massnahmen.

Dank diverser Initiativen konnte im Berichtsjahr Strom für 270 Einfamilienhäuser eingespart werden.

 

 

Trotz unseren Bemühungen an allen Fronten konnten wir 2017 die im Bereich Wärme- und Stromverbrauch definierten Reduktionsziele pro produzierte Tonne Schokolade nicht erreichen.
Beim Strom verzeichneten wir zwar eine leichte Reduktion des absoluten Stromverbrauches. Das Unternehmen ist aber nach wie vor vom definierten spezifischen Zielwert weit entfernt und erfüllt nicht den vorgegebenen Zielpfad, um die für das Jahr 2020 festgelegten Verbrauchswerte zu erreichen.
Der spezifische Wärmeverbrauch hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar um knapp 6% erhöht.


 

 

Die Umsetzung von Klima- und Energiezielen stellt für ein Produktionsunternehmen wie Chocolat Frey eine anspruchsvolle Herausforderung dar, denn die Zielgrössen stehen in grosser Abhängigkeit zum Produktionsvolumen und zur Sortimentszusammensetzung. Die Marktentwicklung der letzten Jahre verlangt eine ganzheitliche Lagebeurteilung sowie eine Überprüfung der Klima- und Energie-Ziele für 2020 und darüber hinaus. Ein neuer Masterplan Energie ist zurzeit in Überarbeitung, mit welchem eine gezielte Bearbeitung der Bereiche Energie und Klima gewährleistet werden soll und damit realistische und sinnvolle Nachhaltigkeitsziele gesetzt werden können.


Es bleiben weiterhin grosse Anstrengungen und Investitionen nötig, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

 


Zentrale Ansatzpunkte zur Senkung der Emissionen und zur Reduktion des Verbrauchs nicht-erneuerbarer Ressourcen sind die Wahl der Prozesse, Anlagen oder Infrastrukturen.
Aufgrund der umgesetzten Massnahmen zur Reduktion des Stromverbrauchs sind die CO2-Emissionen 2017 leicht rückläufig; gleichzeitig erfüllen wir den mit der EnAW (Energieagentur der Wirtschaft) definierten Reduktionspfad zur Erreichung der Emissionsziele 2020.

Seit mehr als 30 Jahren setzt Chocolat Frey AG auf Fernwärme. Dadurch werden indirekt die CO2-Emissionen reduziert. „Abwärme enthält keine Primärenergie und gilt als CO2-neutral.“ (Quelle: BFE Faktenblatt Abwärme)

Die Sicherstellung der Kühlung der Schokoladenprodukte während dem Verarbeitungsprozess und der Lagerung verlangt nach einem umfassenden Kühlsystem. Einige der momentan eingesetzten Kältemittel haben eine hohe Klimawirkung. Vor diesem Hintergrund hat Chocolat Frey eine Ausstiegsstrategie für Fluorkohlenwasserstoff (H-FKW) zur Reduktion des Treibhausgaspotentials erarbeitet. Das langfristige Ziel der Kältemittelstrategie ist den Kältekreislauf ausschliesslich mit natürlichen Kältemitteln zu betreiben.

Im Rahmen der Kältemittelstrategie verpflichtet sich Chocolat Frey aufgrund eines erarbeiteten Kältemittelkatasters genau definierte Kälteanlagen bis 2030 über einen mehrstufigen Prozess zu sanieren und damit das Treibhausgaspotential um 80% zu reduzieren.
2020: - 50%
2025: - 70%
2030: - 80%

 

 

Wasser und Abwasser

Der Bedarf an Wasser ist weltweit steigend und bereits heute sind viele Regionen von akutem Wassermangel bedroht. Auch wenn die Schweiz im Vergleich zu anderen Staaten ein hohes Wasserangebot hat, ist Wasser für uns dennoch ein relevanter Nachhaltigkeitsaspekt: Die Chocolat Frey AG verbrauchte im Berichtsjahr 90‘589 Kubikmeter Wasser. Mit dem jährlichen Wasserverbrauch des Unternehmens könnten 452‘945 Badewannen gefüllt werden.

Das Wasser wird für Reinigungsarbeiten, beispielsweise für die Reinigung von Containern und insbesondere für Kühlprozesse verwendet.
Für den reibungslosen Betrieb von Kühlanlagen ist die Nutzung von Wasser in Trinkwasserqualität erforderlich, für die die Chocolat Frey mehr als die Hälfte des gesamten Frischwasserbezugs des Unternehmens benötigt.
2017 entsprach dieser Verbrauch ca. 200l Wasser pro Minute.

Chocolat Frey möchte den spezifischen Wasserverbrauch bis 2020 um 2% reduzieren.
2017 hat das Unternehmen das definierte Zwischenziel verfehlt. Der positive Zielwert aus dem Jahr 2016 wurde von gegenläufigen Entwicklungen und Prozessen überlagert. So ist z.B. die Produktionsmenge gesunken, was sich negativ auf den Wasserverbrauch pro produzierte Tonne auswirkt. Der erhöhte Wasserverbrauch im Vergleich zum Vorjahr ist auch auf die Inbetriebnahme einer Containerwaschanlage zurückzuführen. Die Container werden neu nicht mehr extern gereinigt sondern direkt intern gewaschen. Die Sanierung des Rückkühlhauses verursachte in der Phase der Betriebsoptimierung ebenfalls einen erhöhten Wasserverbrauch.

  

 

Wasserversorgung und Wasserentsorgung

Chocolat Frey bezieht 100% des Wassers in Frischwasserqualität von der Wasserversorgung der Gemeinde Buchs AG. Auch die Schmutzwasserentsorgung erfolgt über die Gemeinde Buchs. Das gesamte für Kühlprozesse verwendete Wasser wird jedoch nicht als Schmutzwasser in die Kanalisation eingeleitet, sondern verdunstet grösstenteils.
Das bei Chocolat Frey gesammelte Regenwasser kann jedoch für Toilettenspülungen verwendet werden.

Wasserversorgung und Wasserentsorgung der Gemeinde Buchs AG

 

Biodiversität

Wer würde vermuten, dass auf dem Industriegelände der Chocolat Frey AG grüne Oasen für Tiere und Menschen zu finden sind?

Chocolat Frey bietet auf dem gesamten Firmengelände natürliche Biotope und Lebensräume für Flora und Fauna und wurde dafür 2009 von der Stiftung Natur und Wirtschaft als besonders naturnaher Standort zertifiziert.
Schweizweit zeichnet die Stiftung Firmen-, Wohn-, Schul- und Kiesareale sowie Freizeitanlagen aus, die umweltfreundlich gestaltet sind. Das Firmenareal von Chocolat Frey bildet für die Stiftung ein hervorragendes Beispiel für die naturnahe Gestaltung in einem dicht bebauten Gewerbegebiet.
Um Fauna und Flora einen wertvollen Lebensraum zu bieten, wurden auf den knapp 23‘000 Quadratmetern unzählige Naturelemente errichtet, wie zum Beispiel die Stein- und Asthaufen, Hecken, ein Weiher und ein Wildbienenhaus.

 

Zertifikat 

 
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